Vista de favela

Vista de favelas

Liebe Freunde,

die Zeit eilt dahin und das Jahr ist auch schon nicht mehr neu. Wir mussten viele Hürden bewältigen und viele Steine aus dem Weg räumen. Aids ist zu einer chronischen Krankheit deklariert worden und unsere Arbeit hat sich verändert.

Zwar werden immer noch die Hausbesuche durchgeführt, Familien begleitet und beraten, Behinderte zu Arzt und Untersuchungsterminen gebracht und Grundnahrungsmittelpakete verteilt, doch im Laufe der Jahre, und es werden in diesem Jahr 15 Jahre das GAAVER besteht, ist aus der häuslichen Krankenpflege immer mehr eine soziale Betreuung geworden.

Eine Arbeit, die, wie wir sehen, immer mehr an Bedeutung zunimmt, ganz besonders im familiären Bereich und hier hauptsächlich in der Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen.

Es ist erschreckend mit zu erleben wie 12jährige, und oft jüngere Kinder, in den Favelas Drogen verkaufen, um schnell an Geld zu kommen, nicht nur am Tag, auch nachts. Sie schleichen sich aus dem Haus und bleiben oft bis zum Morgengrauen auf der Strasse. Vielleicht gehen sie morgens oder am Nachittag noch zur Schule, aber auch nur um die Anwesenheit, die erforderlich ist, um versetzt zu werden, nachzuweisen. Während des Unterrichts wird dann geschlafen, denn egal wie die Noten sind, wenn keine Fehlrate vorhanden ist, wird man versetzt.

Die Mütter arbeiten den ganzen Tag, versorgen abends den Haushalt und viele bekommen gar nicht mit, was mit den Kindern und Jugendlichen passiert. Das schreckliche Erwachen kommt erst, wenn die Polizei vor der Tür steht.

Was kann getan werden?

Wir haben im letzten Jahr einen Nähkursus für Jugendliche angeboten, der auch in diesem Jahr, Dank der Unterstützung der Kirchengemeinde Baar- Schweiz, stattfinden wird. Aber, das ist zu wenig.

Nun spielen wir mit dem Gedanken, ein Begegnungszentrum für Kinder zu eröffnen. Einen Ort zu schaffen, wo 7 bis 12 jährige nach oder vor der Schule sein können, einen Ort, an dem sie geregelte Mahlzeiten erhalten, ihre Hausaufgaben unter Aufsicht erledigen, Zweifel beseitigen und neue Dinge lernen können. Einen Ort, an dem Aktivitäten, wie Sport, Ballet, Kurse, viele andere Dinge angeboten werden, um die Zeit der Kinder sinnvoll auszufüllen und ihren Blickwinkel zu erweitern.

Wir sind dabei ein Projekt auszuarbeiten und ich hoffe, dasswir es realisieren können, damit ich Ihnen bei meinem nächsten Besuch schon etwas darüber berichten kann.

Zum Schluss einen kleinen Text, aus dem Brasilianischen übersetzt:

Es gibt keine unüberwindbaren Barrieren;
es gibt keine unlösbaren Probleme;
es gibt keinen Weg ohne Licht;
es gibt keine ewige Unzufriedenheit
und es gibt keinen Diamanten, der nicht geschliffen werden kann!

Wir sind wertvolle Diamanten, einzigartig, die Stück für Stück,
Tag für Tag, poliert werden müssen,
damit wir vielleicht eines Tages als Beispiel für andere grobe Steine dienen.

Denn es ist besser in der Lage zu sein, zu helfen, als Hilfe zu benötigen;
besser zu geben als eine Spende zu erhalten,
viel besser zu lieben als auf Liebe zu warten!

Wir wünschen, dass alles, was wir erhalten,
sich für diesen speziellen Menschen vervielfacht:
Der uns den Schlüssel gab, um wertvolle Entdeckungen zu machen;
Der uns mit Freude und Glück bereichert hat;
Der uns Türen geöffnet hat die mit Hoffnung verbunden sind;
Der uns letztendlich gelehrt hat, dass selbst in einer dunklen Nacht,
das Licht vorhanden ist, damit unsere Wege und Schritte beleuchtet sind, um den Pfad des Guten, Fairen und Wahren, Fortschritts zu verfolgen!

Diese speziellen Menschen sind SIE!


Ich möchte mich von ganzem Herzen bei all denen, die uns all die Jahre mit unermüdlicher Treue zur Seite standen, bedanken.

Ingrid Köly-Hell

 

Weitere Informationen: www.gaaver.org www.sternderhoffnung.de

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe  30.01.13