© WGT e.V.

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In ihrem ausdrucksstarken Titelbild verbindet die Künstlerin Anne-Lise Hammann Jeannot Licht und Schatten, Farbe und Nicht-Farbe. Eine graue (Frauen-?) Figur ist angedeutet. Die übrige Strukturen des Bildes, Umrisse und angedeutete Formen in Schwarz, Rottönen und Grauabstufungen, überlassen es der Phantasie der Betrachterin, wo Abgrenzung geschieht und wo Aufnahme. Das, was sich zunächst fremd darstellt, ist immer auch das Vertraute. Und andererseits, selbst im scheinbar Altbekannten, findet sich immer wieder Fremdes.

Ein Weltgebetstagsgottesdienst aus Frankreich? Aber da kennen wir doch schon alles, da ist es doch wie bei uns. Was ist denn daran fremd, exotisch und spannend? Dies sind erste Reaktionen auf die Ankündigung, der Weltgebetstag 2013 kommt aus unserem Nachbarland Frankreich. WGT das bedeutet für viele fremde Welten entdecken und die ganz andere Lebenssituation von Frauen ferner Länder kennen lernen. Frankreich scheint da sehr vertraut, als europäisches Nachbarland, als Urlaubsziel.

Frankreich trotzdem oder gerade deshalb ein Land mit dem uns viel verbindet und wo es doch Neues zu entdecken gibt.

Jenseits der Klischees Eiffelturm, Haute Couture, Rotwein und Baguette verbindet uns eine über weite Strecken problematische Geschichte, die erst seit der Aussöhnung nach 1945 zu einer guten Nachbarschaft geworden ist.

Auch die Situation der Kirchen im laizistischen Frankreich, das die strikte Trennung zwischen Staat und Religion in der Verfassung verankert hat, bietet Anlass zum Nachdenken und zur Diskussion. (So ist es z.B. den Gemeinden verboten, als Kirchengemeinden diakonische / karitative Arbeit zu leisten.)

„Sehnsüchtig blickt manche Frau aus anderen Ländern auf die Französinnen, die dank gut ausgebauter staatlicher Kinderbetreuung scheinbar mühelos Familie und Berufstätigkeit vereinbaren. Dennoch bleiben Frauen in Frankreich, die durchschnittlich 18 % weniger verdienen als die Männer, wirkliche Führungsposten in Politik und Wirtschaft oft verwehrt.“ (Lisa Schürmann, Deutsches WGT-Komitee e.V.)

„Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ – mit diesem Zitat aus dem Matthäusevangelium stellen sich die französischen Frauen einem nicht nur in Frankreich brennenden Problem. Gut 8% der französischen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund, meist aus den ehemaligen frz. Kolonien in Nord- und Westafrika. Viele von ihnen leben in den Vorstädten unter Lebensbedingungen, die erst durch die Proteste der Jugendlichen vor einigen Jahren in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt sind. 400.000 Menschen leben ohne gültige Papiere in Frankreich, sogenannte Illegale.

Die französischen Frauen bringen in ihrem Gottesdienst zur Sprache, dass In vielen Zuwanderungsgeschichten der Bibel Gastfreundschaft auch eine Glaubensfrage ist.

Gottesdienste zum Weltgebetstag

Freitag, 1. März 2013

15 Uhr in Lippspringe, Evangelische Kirche

und

19 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbeken

 

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© Ev. Kirche Bad Lippspringe  18.02.13